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	<title>TrashBoard.de &#187; HagenTrinker</title>
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	<description>Endlich eine Plattform, die der Creme de la Creme der Straßenkinder und biertrinkenden Schöngeister die Möglichkeit gibt, der Welt zuzuprosten.</description>
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		<title>Lachen an der Theke</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 15:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HagenTrinker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fast schon traditionell gehe ich mit meinem Vater zwei Abende vor dem Heiligen in seiner Stammkneipe einige Kölsch trinken. Er liebt das: da kann er sich mal wie unter Männern mit seinem Sohn unterhalten. D.h., er will wissen, wann ich endlich erwachsen werde, viel Geld verdiene und ihm Enkel beschere. Egal, is trotzdem lustig. Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast schon traditionell gehe ich mit meinem Vater zwei Abende vor dem Heiligen in seiner Stammkneipe einige Kölsch trinken. Er liebt das: da kann er sich mal wie unter Männern mit seinem Sohn unterhalten. D.h., er will wissen, wann ich endlich erwachsen werde, viel Geld verdiene und ihm Enkel beschere. Egal, is trotzdem lustig. Wir gehen dann immer in das von meinem Elternhaus nächst gelegene Wirtshaus, das eigentlich gar keinen richtigen Namen hat, trotzdem von außen als solches erkennbar ist aufgrund der dunkelbraunen schweren Fensterrahmen und der mattbronzenen Verglasung.<span id="more-421"></span><br />
&#8220;Jonn wir noch beim Lilo?&#8221;, fragt mein Vater mich dann, was soviel heißt wie: &#8220;Gehen wir noch zur Lilo?&#8221; Lilo ist die schneidezahnlose Pächterin der namenlosen Kneipe und sie führt entlang ihrer Theke ein eisernes Regiment. Zwei Regeln sind zwingend zu beachten: Kein Bier verschütten und niemals auf die Theke kotzen.&#8221; Bei Zuwiderhandlungen sieht man besser schleunigst zu, dass man Land gewinnt. Da sich in die Kneipe allerdings nur Einheimische verirren und mein Heimatkaff eine eher kleine Kleinestadt ist, wird man über kurz oder lang mal wieder auf Lilo treffen &#8211; und dann &#8230;<br />
Um die Theke sitzen immer (also, immer wenn ich da bin) beinahe die selben Menschen, hinten links in der Ecke eine Knobelgruppe, die eine Abwandlung des Schockens spielen, bei dem es aber genauso um Runden geht und am Ende alle voll sind. Der mittlere Teil &#8220;gehört&#8221; den Freunden meines Vaters und der rechte Rand wird von einem sympathischen Grüppchen älterer immer top-toupierter Damen flankiert, deren Stimmen von den vielen Eve-Zigaretten über die Jahre sehr krächzend geworden sind. Die Damen knobeln nicht, prosten sich aber in beachtlicher Frequenz mit Korngläsern zu.<br />
Ich betrete also an besagtem Abend um kurz vor 18 Uhr mit meinem Vater die Kneipe, finde beinahe exakt das selbe Stilleben wie im letzten Jahr und höre nach der Begrüßung exakt die selben Worte von Lilo: &#8220;Nä, Dieter, is da dinge Jung?&#8221; Dann krächzt von rechts eine der alten Damen: &#8220;Jo, Lilo, dat süht ma doch!&#8221; Und dann stehen auch schon zwei Kölsch auf der Theke, die Striche gehen natürlich auf den Deckel meines Vaters. Hier ist und bleibt man Sohn.<br />
Ein viertel Stunde später betritt ein Freund meines Vaters die Kneipe, den ich bisher erst ein- oder zweimal gesehen hatte, er wurde mir von meinem Vater als lustiger Vogel beschrieben. Nach den ersten paar Kölsch verliert er dann auch schnell seine Zurückhaltung, in dem er zunächst einfach aufhört mich zu siezen und seine Erzählungen dann immer mit einem krachenden Schlag auf meine linke Schulter und den Worten: &#8220;Ne, Jung.&#8221; beendet. Diese beiden Worte sind weder Frage noch sinnvolle Aussage. Er holt mich damit schlicht in die Thekenrunde.<br />
Wieder einige Kölsch später lacht er plötzlich los, sieht mich an und sagt: &#8220;Jung, pass op, ich verzell dir eens ne Witz.&#8221; Totenstille rund um die Theke. Alle spitzen die Ohren, der Freund meines Vaters genießt die totale Aufmerksamkeit und fragt eher in die Runde als mich: &#8220;Wat is der Ungerschied zwischen ner Witfrau un ner Ehefrau?&#8221; (Zur Erklärung: Witfrau meint Witwe).<br />
Ich fühle mich doch irgendwie angesprochen und sage: &#8220;Das weiß ich nicht.&#8221;<br />
Er: &#8220;En Witfrau weeß immer, wo ihre Mann jrad is.&#8221;<br />
Und dann: Ekstase, es gibt kein Halten mehr, die Männer brüllen los, die Damen rechts kreischen in ihre Korngläser. Mein Vater lacht und irgendwie muss ich auch schmunzeln. Minutenlang kommt die Kneipe nicht zur Ruhe, erst langsam nach vielen anerkennenden Blicken für den Kumpel meines Vaters widmen sich die Gäste langsam wieder ihrer eigentlichen Beschäftigungen.<br />
Einige Kölsch später zahlt mein Vater, er hatte meiner Mutter eine Heimkehr gegen 20.30 Uhr versprochen und es ist bereits fast 21 Uhr. Nach fast 40 Ehejahren hält man sich, wann immer es geht, an solche Abmachungen.<br />
Auf dem Heimweg sage ich: &#8220;Dein Kumpel is ganz witzig.&#8221;<br />
&#8220;Ja, nur, den Witz erzählt der jede Woche.&#8221; </p>
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		<title>§ 265a StGB</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 11:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HagenTrinker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltags Trash]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mache das nicht gern, die Beförderung zu erschleichen, also schwarz zu fahren. Kürzlich tat ich es aber doch, obwohl die hiesigen Verkehrsbetriebe selbst nichts nützende Ausreden wie fehlendes Kleingeld oder defekte Automaten noch obsoleter machen, da man sein Ticket einfach auch beim Fahrer oder der Fahrerin kaufen kann. Das wusste ich, also muss ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mache das nicht gern, die Beförderung zu erschleichen, also schwarz zu fahren. Kürzlich tat ich es aber doch, obwohl die hiesigen Verkehrsbetriebe selbst nichts nützende Ausreden wie fehlendes Kleingeld oder defekte Automaten noch obsoleter machen, da man sein Ticket einfach auch beim Fahrer oder der Fahrerin kaufen kann. Das wusste ich, also muss ich mir Vorsatz vorwerfen lassen.<br />
<span id="more-128"></span><br />
Ich war müde, der Automat am Hauptbahnhof nahm meinen 5 Euro-Schein nicht, das Kleingeld reichte nicht, nicht mal für ein Kurzstreckenticket, das für 4 Haltestellen gilt. Meine ist die 5. Den Fahrer wollte ich auch nicht belästigen, es hätte schließlich die Weiterfahrt verzögert. Und die meisten Fahrgäste sahen aus, als wollten sie schnell nach Hause.<br />
5 Stationen, was soll da passieren, dachte ich also und setzte mich. Ich habe einfach die Türen im Blick und reagiere spontan auf eventuelle Kontrolleure, dachte ich weiter. Ein guter Gedanke, den ich gleich zwei Stationen später halbherzig in die Tat umsetzte. Ein Mann stieg ein, der mir bekannt vorkam. Mir war, als hätte er mich schon mal kontrolliert. Der Puls ging sofort nach oben, Röte stieg mir ins Gesicht. Aber einfach auszusteigen, das gelang mir leider nicht.<br />
Umso beruhigter war ich, als der Mann sich hinsetzte. Das machen Kontrolleure nicht, dachte ich und lachte meine Paranoia aus. Die Türen schlossen sich. Ich lächelte immer noch in mich rein, als ich aus den Augenwinkeln sah, wie der Mann aufstand. Ungewöhnlich, dachte ich, bis zur nächsten Station dauert es doch noch. Und wie ich so dachte, stand er auch schon vor mir, zeigte seinen Ausweis und bat mich um mein Ticket.<br />
Kein Ticket, keine Ausrede, keine Möglichkeit zur Flucht. Beförderungserschleichung nach § 265a StGB &#8211; so war das nämlich. Ich musste lachen, lachte den Mann an, stammelte irgendwas von &#8220;gleich den Richtigen erwischt und kann ich bar bezahlen&#8221;. Er blieb sachlich, ließ sich meinen Ausweis zeigen. Ich bezahlte 40 Euro.<br />
Ich fand ihn hinterhältig. Der hatte bestimmt ein fruchtbar schlechtes Gewissen. Bestimmt.</p>
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		<title>Alles anders</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Sep 2008 19:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HagenTrinker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Seite, auf der man Posts schreibt, sieht mit einem Mal anders aus. Da finde ich mich nur schwer zurecht. Dafür bin ich jetzt bei Twitter. Wieder mal spät dran. Naja, der Obstbrand wirkt &#8211; wie ers tut, mag ich. Vielleicht doch James Joyce&#8230; 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Seite, auf der man Posts schreibt, sieht mit einem Mal anders aus. Da finde ich mich nur schwer zurecht. Dafür bin ich jetzt bei Twitter. Wieder mal spät dran. Naja, der Obstbrand wirkt &#8211; wie ers tut, mag ich. Vielleicht doch James Joyce&#8230; </p>
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		<title>Kurz gedacht</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Sep 2008 19:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HagenTrinker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwischen dem ganzen wundervollen Leben müsste man mal wieder was gescheites machen, jenseits von viel zu viel Bier oder dem absurden Vorhaben, nen hohen Berg zu besteigen oder Marathon zu laufen. Vielleicht endlich mal James Joyce lesen&#8230;.

Oder doch viel zu viel Bier trinken
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen dem ganzen wundervollen Leben müsste man mal wieder was gescheites machen, jenseits von viel zu viel Bier oder dem absurden Vorhaben, nen hohen Berg zu besteigen oder Marathon zu laufen. Vielleicht endlich mal James Joyce lesen&#8230;.<br />
<span id="more-121"></span><br />
Oder doch viel zu viel Bier trinken</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mitfahren</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 11:46:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HagenTrinker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltags Trash]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der nagelneue VW Passat am Taxistand hinter dem Bahnhof anhält, freue ich mich. Neues Auto, viele PS, Klimaanlage -das verspricht eine angenehme Fahrt zurück nach Leipzig zu werden. Ich wundere mich über das Fisch-Symbol auf dem Kofferraumdeckel, denn der Fahrer heißt Haruk. Ein arabischer Christ, das verspricht zusätzlich ein interessantes Gespräch. Haruk begrüßt uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als der nagelneue VW Passat am Taxistand hinter dem Bahnhof anhält, freue ich mich. Neues Auto, viele PS, Klimaanlage -das verspricht eine angenehme Fahrt zurück nach Leipzig zu werden. Ich wundere mich über das Fisch-Symbol auf dem Kofferraumdeckel, denn der Fahrer heißt Haruk. Ein arabischer Christ, das verspricht zusätzlich ein interessantes Gespräch. Haruk begrüßt uns mit einem kaum hörbaren &#8220;Hallo&#8221;. Insgesamt drei Mitfahrer laden ihr Gepäck in den Kofferraum. Es geht los.<br />
<span id="more-119"></span><br />
Haruk erweist sich sehr schnell als wortkarg. Insgesamt bringt er es auf gerade zwei ganze Sätze. Deutlich lebhafter allerdings ist sein Fahrstil. Man könnte ihn sportlich nennen. Ich nenne ihn lebensgefährlich. Noch in der Stadt mit &#8220;Blinker links&#8221;, hinter den Elbbrücken dann scheinen alle Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben.<br />
Haruks Blick geht starr nach vorne. Eines kann man ihm nicht vorwerfen, er fährt vorausschauend. Er ist eigentümlich angespannt, sein Körper strahlt eine unglaublich Wut und Aggression aus. Ich beobachte abwechselnd die Tachonadel und sein zuckendes Gesicht. 200, 220, 240 &#8211; Baustelle &#8211; Bremsen und mit 160 durch. Wo es links nicht weiter geht, fährt man eben rechts. Wozu gibts denn  zwei Spuren. Das Mädchen hinter mir rutscht immer tiefer in den Sitz, ihre rechte Hand klammert sich an den Griff über ihrem Fenster.<br />
So gehts vorwärts bei durchnittlich Tempo 200 &#8211; niemand im Auto sagt einen Ton. Irgendein Radiosender spielt irgend einen nichtssagenden Popsong. Zur vollen Stunde berichtet dann der Nachrichtensprecher irgend etwas aus Afghanistan. Auf einmal schreit Haruk einen Kommentar: &#8220;1 Millionen Euro am Tag &#8211; AM TAG &#8211; kostet dieser absurde Krieg die Weltgemeinschaft!&#8221; Sein erster Satz. Wie um seiner Wut Nachdruck zu verleihen, tritt er das Gaspedal noch mal durch.<br />
Das Mädchen hinter mir ist mittlerweile fast im Sitz verschwunden.<br />
Ich gucke aus dem Fenster &#8211; Hannover, Braunschweig, Magdeburg. Schon sind wir auf der A14 und noch keine zwei Stunden unterwegs. Deutlich unter drei Stunden brauchen wir insgesamt von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof. Wir steigen alle aus, bezahlen, Haruk sieht uns an, lächelt und sagt: &#8220;Ich hoffe, die Fahrt war angenehm für Sie?&#8221; Sein zweiter Satz.</p>
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