16. Februar 2006: Mein erster Gang zum Arbeitsamt – ich war total aufgeregt. Einen Tag zuvor teilte man mir – zu meiner größten Verwunderung – mit, dass man in der kleinen aber feinen Unternehmung, die mich festangestellt beschäftigte, in Zukunft ohne mich plane, planen müsse. Aha. Hilft ja nix. Ich stand also pünktlich um 8 Uhr vor der Tür der Agentur für Arbeit. Ein letzter Zug an der Zigarette und rein. Ich wurde freunlich begrüßt an einem Counter, der Platz hatte für insgesamt 4 MitarbeiterInnen der Agentur. Lediglich 2 Plätze waren besetzt. Nehme ich den Linken, dachte ich bei mir, links kommt vom Herzen. Eine freundliche mittelalte Dame begrüßte mich und erlärte mit kurzen und knappen Sätzen das weitere Prozedere. Das klang alles sehr … einfach. War es aber nicht.
Mir wurde schnell klar – hier ist Gleichmut gefragt. Ich nahm hinter einer weiteren Tür Platz und wartete, dass man mich aufruft. Das geschah auch – schneller als ich dachte. Ein netter junger Mann, leger gekleidet mit verwaschener Jeans und modischem Sweater, rief meinen Namen, lächelte und bedeutete mir, hinter einer Trennwand und vor seinem Schreibtisch Plazt zu nehmen. Der nette junge Mann entpuppte sich allerdings sehr schnell als überforderter junger Sachbearbeiter. Von meiner Berufsbezeichnung hatte er noch nie gehört. Mit dem Rechner bzw. der darauf installierten Software hatte er so seine Probleme. Er brauchte einen gute dreiviertel Stunde, um mir insgesamt 4 Formulare auszudrucken, eine Telefonnummer der Rechtsberatung zu notieren und mir einen Termin bei meinem Arbeistvermittler zu machen. Meine Fragen konnte er nicht beantworten.
Gerade die Terminierung versetzte mich in arges Erstaunen. Sein Vorschlag war der 27. März. Ich meinte dazu, dass das ja wohl ein bisschen spät sei. Warum, fragte er zurück. Naja, erwiderte ich, 5 Tage später sei ich ja ohne Job, wenn sich bis dahin durch meine Eigeninitiative nichts tue und heute sei ja auch erst der 16. Februar. Und ich sei der Meinung, Aufgabe des Arbeitsvermittlers sei es, mir einen Arbeit zu vermitteln, möglichst gleich im Anschluss an meine jetzige, um nicht die ohnehin miserable Statistik noch ein Stück weiter zu belasten. Nun gut, es gelang ihm dann doch noch, “mich für Freitag, den 24.02. zu terminieren”. Ich möge mich dann in Zimmer 2.01 einfinden, pünktlich um 8.15 Uhr. Wer mich da erwarten würde, sagte er nicht. Naja, ich würde es noch früh genug erfahren, dachte ich grinsend und verließ diesen Ort des Aufschwungs mit einem Gefühl von Fassungslosigkeit und Amüsiertheit.
Übrigens: Eine knappe Woche nach meiner Kündigung wurde selbige wieder zurückgenommen. Und warum ich dennoch den Termin bei dem namenlosen Arbeitsvermittler im Büro 2.01 wahrgenommen habe, erfahrt ihr demnächst hier.
Am 17. März 2006 um 13:55 Uhr
*hechel,lechz & gier* irgendwas in mir ist begierig zu erfahren wie es in dem schicksalhaften Leben dieses jungen Mannes wohl weiter geht! Wenn ich hier so lese weiß ich dass ich zu recht heute Morgen die Bild zum heizen meiner Wohnung benutzt und die Welt mal wieder garnicht gelesen habe! Wahre Information kommt aus den Fingern vom Leben gezeichneter Propheten wie Herrn Kaiser oder bei OBI halt…oder so!
In diesem Sinne: Glück auf!